Besuch der „ weißen Schwestern”- ein bewegender Eindruck in ihre Arbeit in Afrika
Am 24. April fand unser Religionsunterricht einmal ganz anders statt: Statt einer regulären Stunde
haben wir Besuch von drei sogenannten „weiße Schwestern“ bekommen. Sie sagen Dabei handelt es
sich um Ordensfrauen, die sich in verschiedenen Ländern sozial engagieren. Sie berichteten uns
eindrucksvoll von ihrer Arbeit in Uganda und gaben uns einen Einblick in Lebensumstände, die sich
stark von unserem Alltag unterscheiden.
Eine der Schwestern, Sr. Redempta, hilft in einer Schutzeinrichtung in Kenia und betreut dort Kinder,
die von sexualisierter Gewalt betroffen sind. Viele dieser Kinder haben traumatische Erfahrungen
innerhalb ihrer Familie oder durch organisierte Gewalt gemacht. In dem Heim erhalten sie
medizinische Erstversorgung sowie langfristige psychologische Betreuung. Ein wichtiger Bestandteil
dieser Arbeit ist es, das Vertrauen der Kinder zu gewinnen, sodass sie über das Geschehene
sprechen können und die Verbrechen aufgearbeitet werden können. Erst dadurch wird es möglich,
die Täter juristisch zur Verantwortung zu ziehen.
In Kenia arbeitet das Justizsystem eng mit solchen Einrichtungen zusammen. Dennoch stehen
Familien der Opfer oft vor großen finanziellen Herausforderungen: Kosten für medizinische
Versorgung, Transport zur Polizei oder zu Gerichtsterminen sowie weitere Ausgaben müssen häufig
selbst getragen werden. Ohne Unterstützung könnten viele Familien diese Belastung nicht
bewältigen.
Die Schwester erklärte schließlich, dass sexueller Missbrauch in Kenia ein großes gesellschaftliches
Problem darstellt und viele Fälle erschreckenderweise im Verborgenen bleiben.
Eine weitere Schwester, Sr. Magdalena, berichtete von ihrer Arbeit mit Menschen in einem
Flüchtlingslager im Norden Ugandas. Obwohl Uganda nur über begrenzte wirtschaftliche Mittel
verfügt, zählt es zu den wichtigsten Aufnahmeländern für Geflüchtete weltweit. Derzeit beherbergt
Uganda fast zwei Millionen Flüchtlinge, darunter viele Bürgerkriegsflüchtlinge aus dem Südsudan.
Uganda ist bekannt für seine fortschrittliche Politik, die den Flüchtlingen Land zur Bewirtschaftung
zur Verfügung stellt und Bewegungsfreiheit gewährt.
Dennoch stößt dieses System angesichts der hohen Zahlen zunehmend an seine Grenzen. Vor allem
im Hinblick auf Bildung sind die Herausforderungen groß. Aufgrund der hohen Kosten können viele
Familien sich den Schulbesuch nicht leisten, und in manchen Klassen sitzen über 200 Schüler.
Der Besuch der Schwestern hat bei uns einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Berichte waren
schockierend und sehr bewegend. Durch die persönlichen Erzählungen, Bilder und die Möglichkeit
Fragen zu stellen, konnten wir uns die Lebensbedingungen in Uganda besser vorstellen. Gleichzeitig
wurde uns bewusst, wie selbstverständlich viele Dinge in unserem Alltag sind, insbesondere der
Zugang zu Bildung.
Insgesamt hat uns der Besuch eindrucksvoll gezeigt, wie wichtig es ist, nicht wegzuschauen,
sondern Verantwortung zu übernehmen und Menschen in Not zu unterstützen.
Lilly Keller, Q1

