
Es ist kurz vor 9 Uhr am Mittwoch, den 22.04 als wir uns am Schultor treffen. Dort wird einmal durchgezählt und anschließend in den Bus gestiegen. Sofort macht sich diese typische Klassenfahrtsstimmung breit: Gespräche, Lachen, gespannte Erwartungen. Unser Ziel: der Chempark in Dormagen.
Nach der Ankunft wird schnell klar, dass wir uns an einem besonderen Ort befinden. Bevor wir überhaupt das Gelände betreten dürfen, werden unsere Ausweisdokumente streng und genau kontrolliert. Sicherheit hat hier oberste Priorität – und das spüren wir von Anfang an. Gleichzeitig steigt dadurch natürlich die Aufregung, was uns wohl hinter der Schranke erwarten würde.
Gemeinsam mit einer Mitarbeiterin fahren wir durch den riesigen Park. Die Dimensionen sind beeindruckend: ein weit verzweigtes System aus Straßen, Gebäuden, Rohren und Anlagen. Fast wie eine eigene kleine Stadt. Auf dem Weg entdecken wir sogar eine werkseigene Feuerwehrwache, nur eines der vielen Beispiele dafür, wie durchdacht und organisiert der Chempark ist.
Schließlich erreichen wir das Gelände der Bayer AG. Zunächst nehmen wir in einem Konferenzraum Platz. Dort erhalten wir eine Einführung in die Arbeit des Unternehmens. Themen wie Herbizide, Insektizide und Fungizide werden anschaulich erklärt, und wir bekommen einen ersten Einblick in die Welt der industriellen Chemie. Die Präsentation schafft eine wichtige Grundlage, und wir haben die Möglichkeit, unsere eigenen Fragen zu stellen.
Ausgestattet mit Helmen und Schutzbrillen geht es danach in die Praxis. Sicherheit steht weiterhin an erster Stelle. Während der Führung durchlaufen wir verschiedene Bereiche der Anlage: mehrere Etagen, Produktionsstätten und schließlich auch den Kontrollraum, das Herzstück des Gebäudes. Hier wird deutlich, wie komplex und präzise die Abläufe in einem solchen Betrieb sind.
Ein besonderes Highlight ist die Begegnung mit dem Roboter „Fritz“, den wir bei seiner Arbeit beobachten können. Dabei wird schnell klar, welche große Rolle moderne Technologie in der chemischen Industrie spielt und wie sie Arbeitsprozesse verändert.
Nach der Führung kehren wir noch einmal in den Konferenzraum zurück. Dort berichten Auszubildende, Ausbilderinnen und Mitarbeitende von ihren eigenen Erfahrunge im Unternehmen und stellen verschiedene Berufsmöglichkeiten vor. Zudem sprechen wir gemeinsam über den Klimawandel und seine Auswirkungen auf die industrielle Chemie sowie auf unsere Gesellschaft. Es wird deutlich, wie eng wirtschaftliches Handeln und ökologische Verantwortung miteinander verbunden sind.
Am Ende des Tages nehmen wir viele Eindrücke mit nach Hause. Wir haben nicht nur gesehen, wie theoretisches Wissen aus dem Unterricht in der Praxis angewendet wird, sondern auch, wie vielfältig die Arbeitswelt in einem großen Industrieunternehmen sein kann. Besonders beeindruckend war die Kombination aus moderner Technik, strengen Sicherheitsvorkehrungen und globaler sowie individueller Verantwortung.
Ein besonderer Dank gilt unseren Lehrerinnen Frau Stollenwerk und Frau Fischer, die uns diesen spannenden Tag ermöglicht und begleitet haben.
Lilli Stockey und Frieda Reinke

