Ein besonderes literarisches Highlight lockte heute die Q1-Französisch-Schüler/innen unserer Schule aus dem Klassenzimmer: Frau Bröcker und Herr Genton besuchten gemeinsam mit dem Grund- und Leistungskurs die Lesung der kamerunischen Schriftstellerin Djaïli Amadou Amal am Gymnasium Kreuzgasse.

Von der höchsten Auszeichnung nach Köln

​Djaïli Amadou Amal ist keine Unbekannte in der Welt der Literatur: Ihr Werk wurde 2020 mit dem Prix Goncourt des lycéens ausgezeichnet – der renommiertesten literarischen Anerkennung im französischsprachigen Raum. In Köln stellte sie unter anderem ihr gefeiertes Buch Les Impatientes (Die Ungeduldigen) vor.

Zwischen Schicksal und Widerstand

​Die Autorin teilte mit den Schüler/innen nicht nur ihre Texte, sondern auch ihre erschütternde Lebensgeschichte:

Frühe Zwangsheirat:

Mit nur 17 Jahren wurde sie gegen ihren Willen mit einem deutlich älteren Mann verheiratet.

Bildung als Rettung:

Die Schule und eine katholische Einrichtung wurden für sie zu Zufluchtsorten. Bücher waren ihr Fenster in eine andere Welt und ihr Weg in die Freiheit.

Die Bedeutung von „Munya“:

Auf Kamerunisch bedeutet dieses Wort „Patience“ (Geduld). Während wir Geduld oft als Tugend verstehen, ist sie dort ein Instrument der Unterdrückung. Jungen Mädchen wird eingebläut, alles klaglos hinzunehmen und sich der Welt der Männer unterzuordnen.

Ein Dialog, der hängen bleibt

​Nach der Lesung gab es eine lebhafte Fragerunde, in der auch unsere Schüler/innen die Gelegenheit nutzten, direkt mit der Preisträgerin ins Gespräch zu kommen. Die Offenheit der Autorin hinterließ einen tiefen Eindruck bei den Jugendlichen und weckte bei vielen das Interesse, tiefer in ihre Werke einzutauchen.

​Zum krönenden Abschluss eines inspirierenden Vormittags durften sich zwei Schülerinnen über ein besonderes Andenken freuen: Sie ließen zwei Exemplare für unsere Schulbibliothek signieren, sodass die Stimmen der „Ungeduldigen“ nun auch dauerhaft bei uns Gehör finden.

​Ein großartiger Morgen, der gezeigt hat, wie kraftvoll Literatur sein kann, um auf globale Ungerechtigkeiten aufmerksam zu machen.