Es ist der Morgen des 04.02.2026. Der Himmel ist noch bewölkt und die Luft so kalt, dass beim Atmen kleine Wölkchen entstehen. Vor der University of Applied Sciences (CBS) hat sich bereits eine kleine Traube an Schülerinnen und Schülern gebildet, die sich langsam Richtung Eingang bewegt. Kurz vor 9 Uhr betreten wir gemeinsam das Hochschulgebäude und werden von einer freundlichen Dame in die richtige Richtung gewiesen. Zusammen gehen wir in einen kleinen Hörsaal, in dem bereits einige Teamerinnen und Teamer von MyClimate stehen, die gemeinsam mit der CBS den Projekttag organisieren.


Nachdem wir, die LFS-Schülerinnen und -Schüler, uns auf die Reihen verteilt haben, treffen nach und nach weitere Teilnehmende anderer Schulen ein. Noch in unseren vertrauten Schulgruppen sitzen wir etwas zurückhaltend nebeneinander und mustern uns vorsichtig – bis es schließlich losgeht.

Zu Beginn sprechen wir über den Grund unseres Treffens: den Klimawandel, die Klimakrise, das Klimaproblem. Anhand einer Präsentation wird eine fundierte Informationsgrundlage geschaffen – wie der Klimawandel entsteht und welche verheerenden Folgen er bereits heute hat. Doch wie wir lernen, reicht es nicht aus, nur Missstände aufzuzeigen. Viel wichtiger ist es, aktiv nach Lösungen zu suchen. Und genau das ist das Ziel dieses Tages.


Sechs verschiedene Unternehmen – beispielsweise die Stadt Köln oder Sekurit Service – stellen uns Challenges rund um das Thema Klimaschutz. Eine Aufgabe lautet etwa, wie Mitarbeitende eines Unternehmens langfristig motiviert werden können, umweltbewusster zu handeln. Nach der Vorstellung der Herausforderungen werden wir per Zufall den einzelnen Unternehmen zugeteilt. In mehreren Kleingruppen arbeiten wir jeweils an einer konkreten Fragestellung.

Zunächst lernen wir uns in unseren bunt gemischten Gruppen kennen. Nachdem wir uns in kleinere Teams von etwa vier Personen aufgeteilt haben, beginnt die intensive Problemanalyse. Denn um eine wirkungsvolle Lösung zu entwickeln, müssen zunächst Ursachen, Akteure und Konsequenzen genau betrachtet werden. Während der Arbeitsphase können wir uns in der Mensa mit Snacks und Getränken versorgen. Zur Mittagszeit dürfen wir gemeinsam kostenlos Couscous und Falafel sowie ein Getränk genießen.

Schon beim Essen ist eine deutliche Veränderung der Atmosphäre spürbar. Die anfängliche Zurückhaltung ist gewichen, Gespräche werden lebhafter, und die verschiedenen Schulen mischen sich zunehmend an den Tischen. Neue Bekanntschaften entstehen.


Gestärkt machen wir uns an die konkrete Ausarbeitung unserer Lösungsansätze. Diese werden auf Plakaten visualisiert, um sie im anschließenden Pitch überzeugend präsentieren zu können. Es folgt eine intensive Übungsphase, bevor wir zunächst innerhalb unserer Unternehmensgruppen gegeneinander antreten. Zum ersten Mal hören wir die Ideen unserer „Konkurrenz“. Nach einer ausführlichen Feedbackrunde erhalten wir die Möglichkeit, unsere Konzepte weiter zu verbessern.


Bevor die Finalistinnen und Finalisten bekanntgegeben werden, treffen wir uns erneut in der Mensa – diesmal zu einer kleinen Jobmesse. Vertreterinnen und Vertreter der Unternehmen stehen bereit, um unsere Fragen zu beantworten: zu ihren Tätigkeitsfeldern, ihrem Engagement im Klimaschutz und möglichen beruflichen Perspektiven. Diese Einblicke machen deutlich, wie vielfältig nachhaltiges Handeln in der Praxis aussehen kann.

Dann folgt der Höhepunkt des Tages: die Final-Pitches vor der Jury. Der Hörsaal ist nun von spürbarer Aufregung erfüllt. Bunt gemischt sitzen wir nebeneinander und warten gespannt auf die Präsentationen. Die Ideen sind vielfältig und kreativ – von einer Greenpoint-App über begrünte Dachflächen bis hin zu Wassercafés. Nicht nur die Konzepte selbst, sondern auch die Art der Präsentation beeindruckt.


Die Jury, bestehend aus Vertreterinnen und Vertretern der veranstaltenden Organisationen, zieht sich zur Beratung zurück. Kurz darauf werden die Siegerteams der jeweiligen Duelle verkündet. Dennoch erhält jede Gruppe individuelles und wertschätzendes Feedback. Die Gewinnerteams werden großzügig von den Unternehmen beschenkt, und alle Teilnehmenden erhalten eine Urkunde.


Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto und vielen Verabschiedungen ist der Tag plötzlich vorbei. In dieser kurzen Zeit lernen wir unglaublich viel: wie man strukturiert Lösungen entwickelt und überzeugend präsentiert, dass unsere Stimmen ernst genommen werden und dass Zusammenarbeit mit neuen Menschen bereichernd sein kann. Vor allem aber erfahren wir, wie wichtig es ist, sich weiterhin aktiv für den Klimaschutz einzusetzen.


Ein besonderer Dank gilt Herrn Maresch, der uns während des gesamten Tages begleitet. Er geht von Gruppe zu Gruppe, hört zu, gibt hilfreiche Tipps und motiviert uns immer wieder, unser Bestes zu geben. Seine Unterstützung trägt maßgeblich dazu bei, dass wir mit so viel Engagement und Freude dabei sind.

Abschließend möchten wir uns bei allen Organisatorinnen und Organisatoren, den beteiligten Unternehmen und allen Teilnehmenden bedanken. Solche Projekttage zeigen, dass wir nicht machtlos sind. Jede Idee zählt. Jede Stimme kann etwas bewegen.

Lasst uns die Motivation dieses Tages mitnehmen – und weiterhin gemeinsam reale Lösungen für reale Probleme finden.

Frieda Reinke (EF)