Die English Drama Group der Liebfrauenschule Köln setzt auch nach den letzten sehr erfolgreichen Inszenierungen von z.B. Shakespeares Macbeth (2010), des Kriminalstückes The Curse of Gossington Hall nach Agatha Christies Roman The Mirror cracked from Side to Side (2012), Sean O‘Caseys Juno and the Paycock (2013),), Shakespeares Romanze, sein letztes sowie reifstes Theaterstück The Tempest (2015) und Lewis Carrolls Alice in Wonderland (2017), der größten Liebesgeschichte aller Zeiten, Shakespeares Romeo and Juliet (2018) sowie der von Lifemusik der Bigband der Liebfrauenschule fulminant in Szene gesetzten Inszenierung von F. Scott Fitzgeralds The Great Gatsby (2019) und nach Corona-bedingter zweijähriger Aufführungspause Oscar WildesThe Importance of Being Earnest(2022), Agatha Christies, Murder on the Orient Express (2023), William Shakespeares Richard III (2024) und Ben Johnson’s Bartholomew Fayre (2025) ihre über 40jährige Tradition von Aufführungen sowohl berühmter Shakespeare Dramen als auch moderner englischsprachiger Theaterstücke fort.
The English Drama Group der Liebfrauenschule führt in diesem Jahr auf:
Mary Shelley – A Campfire Story
A play based on conceptional ideas by Dimitrios Ieropoulos, Jonathan Rabanus and Andreas Schlenger
fleshed out by Linnéa Körber and Anke Vogt
(premiered 20th March 2026, Entrance Hall, Liebfrauenschule, Cologne)

Unsere Inszenierung entführt die Zuschauerinnen und Zuschauer auf eine von überaus spannenden, oft tragisch anmutenden Situationen geprägte Reise nach London, in die Schweiz und nach Bath in die Zeit des frühen 19. Jahrhunderts, in die Ära der Romantik. Flankiert und surrealistisch überblendet wird die Haupthandlung auf verschiedenen Metaebenen mit und durch die gedanklich eng mit den Protagonisten verwobenen Erzählungen einer im Nordosten der USA im Jahre 2025 Halloween feiernden Theatergruppe und deren facettenreichen Beziehungen und Querelen, wobei die Charaktere der jugendlichen Schauspieler/innen auf skurrile Weise Ähnlichkeiten mit den Persönlichkeitsmerkmalen der Protagonisten der Romantik aufweisen. Nach metadramatischem Beginn, bei dem die Zuschauer/innen expositorisch mithilfe von atmosphärisch stimulierender musikalischer und licht-technischer Untermalung und prägnant dynamischen schauspielerischen Sequenzen in die Rahmenhandlung hineingeführt werden, werden sie hineingezogen in die Gedankenwelt der jungen Gegenwartsprotagonist/innen und somit selbst zu Wanderern zwischen den Zeiten. Wie Zeitreisende werden sie zu Augenzeugen der von Liebe, Phantasie und literarischem Schöpfergeist geprägten, aber auch ergreifend tragischen Lebensgeschichte der Mary Shelley, der Schöpferin der legendären Creature des jungen Wissenschaftlers Victor Frankenstein und damit Pionierin der Science-Fiction, welche flankiert wird von schillernden Persönlichkeiten wie ihrer Stiefschwester Claire Clairmont, Erzieherin und Geliebte des Dichters Lord Byron, Percy Bysshe Shelley, einem der namhaftesten Dichter der Romantik, dem exzentrischen Lebenskünstler und renommierten Poeten George Gordon Baron Byron sowie John Wiliam Polidori, Schriftsteller und zugleich Leibarzt und Reisebegleiter des Dichters Lord Byron. Die Autorinnen Linnéa Körber und Anke Vogt verzichten auf eine chronologische Haupt- und Nebenhandlung. Die Präsentation der auf wesentliche Lebensstationen der romantischen Protagonist/innen fokussierten Szenarien weist die Schöpferinnen unseres Dramas als Meisterinnen der episodischen Theaterstruktur aus, wobei die durch metadramatische Sequenzen verbundenen Ereignisse auf geniale Weise zu einer abgeschlossenen Gesamthandlung konkatenieren. Die Szenarien der sich in London, der Villa Diodati am Genfer See und in Bath zutragenden Episoden sind durch die biographischen Vorlagen inspiriert, so dass die Darstellung realistisch anmutet, aber die Imagination sowohl der Autorinnen als auch der Schauspieler/innen führt die Wiedergabe stellenweise ins traumhaft und emotional Überzeichnete und zeigt ein höchst gefühlsbetonte Einblicke in seelische Tiefen der Charaktere gewährendes Gesamtporträt.
Im Zuge der die Plotline der Romantiker/innen überblendenden Campfire Story versammeln sich die jungen Akteure der The Cabbot Cove Drama Society, Maine zum Feiern einer Halloween Party an einem Lagerfeuer, um gleichzeitig von ihrer Lehrerin Audrey Andersen über das neu zu inszenierende Schultheaterstück unterrichtet zu werden: Mary Shelley’s Frankenstein, eine Geschichte über Schöpfung, Verantwortung und dessen, was passiert, wenn der Mensch Gott spielen möchte – so formuliert die Lehrerin es. Zum Zeitvertreib bis zur Party um Mitternacht spielen sie „Headlines“. Auf diese Weise tauchen die Camp Fire People in Gedanken in die Welt derer ein, welche die Väter und Mütter der legendären Science Fiction Creature waren und veranstalten gleichsam einen Wettbewerb bezüglich der besten von ihnen dargebotenen Geschichte aus Mary Shelleys Leben, um den diesjährigen Halloween Champion zu ermitteln. Dabei spielen zwischenmenschliche Querelen und Streitereien ebenso wie die aus Quebec stammende Austauschschülerin Charlène eine besondere Rolle. Gleichsam surrealistisch anmutend werden die gedanklichen Handlungsstränge der Erzähler/innen lebendige Protagonisten der Haupt – Plotline:Mary Wollstonecraft Godwin, Tochter einer Frauenrechtlerin und des radikalen Philosophen William Godwin entflieht 16jährig ihrem heimatlichen Umfeld gemeinsam mit ihrer Stiefschwester Claire Clairmont und dem bereits verheirateten Dichter Percy Byshee Shelley, welchen sie erst Ende 1816 nach dem Selbstmord von dessen Frau Harriet heiratete, wobei ihrer beider Beziehung zur damaligen Zeit skandalös war und blieb. In der Villa Diodati am Genfer See verbringen sie zusammen mit Lord Byron einen verregneten Sommer im Jahre 1816. Um die Langeweile zu vertreiben schreibt auf Vorschlag Byrons hin jeder eine Geistergeschichte. Inspiriert durch einen Albtraum und Diskussionen über Galvanismus entwirft Mary die Geschichte von Victor Frankenstein und seiner Creature, welchen sie 1818 – zunächst anonym – veröffentlicht. Marys Leben ist von Liebe, Leidenschaft und Phantasie, aber auch von tiefem Schmerz geprägt, welchen sie zunehmend in Laudanum zu ertränken versucht. Drei ihrer vier Kinder sterben, 1822 ertrinkt Percy bei einem Segelunfall in Italien. Ein Bote bringt sein Herz zu ihr … Mary kehrt nach England zurück. Auf ihrer vertrauten Bank erscheint ihr im Nebel die von ihr erdachte Figur der Creature, mit der sie in friedlich harmonischer Atmosphäre über Schöpfung von Leben, Tod, Gott, Prometheus, Satan, Qualen und Trost philosophiert in einem Dialog, welcher wie eine Selbstläuterung der Mary Shelley anmutet zu einem Zeitpunkt, da ihr Leben durch Drogen und Krankheit einem baldigen Ende naht. Mary stirbt 1851 im Alter von 51 Jahren in London.
Die diesjährigen Akteure, Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 8 – Q1, proben seit dem vergangenen Herbst unter der Regie von Andreas Schlenger, und Gabriele Wiedemann sowie der ehemaligen Schülerin Anke Vogt.
Aufführungstermine:
Freitag, 20. März 2026, 19.30 Uhr
Samstag, 21. März2026, 19.30 Uhr (Einlass 18.30 Uhr, kulinarisches Entrée)
Sonntag, 22. März 2026, 18.00 Uhr
im Foyer der Liebfrauenschule.
Zu unseren Aufführungen laden wir Sie/dich/euch herzlich ein.
Rückmeldungen erbitten wir unter 0221/222856-0, Sekretariat der Liebfrauenschule, oder unter post@lfs-koeln.de oder persönlich bei Gabriele Wiedemann, unter wie@lfs-koeln.de oder 01737207244.

