Am 30.09.26 hat die 10b eine Exkursion in das EL-DE-Haus (das nach den Initialen des Gründers Leopold Dahmen benannt ist, ausgesprochen „L-D-Haus“) gemacht.

Das EL-DE-Haus war von 1935 bis 1945 ein zentraler Ort des NS-Terrors in Köln. Von hier aus überwachte die Gestapo die Bevölkerung und organisierte unter anderem die Verfolgung und Deportation von Jüdinnen und Juden. Im Hausgefängnis wurden politische Gegner*innen, Zwangsarbeiter*innen und weitere verfolgte Menschen brutal verhört und gefoltert. In den letzten Monaten des Krieges wurden auf dem Hofgelände mindestens 400 Menschen hingerichtet.

Nach unserer Ankunft im EL-DE-Haus teilten wir uns in zwei Gruppen auf und wurden getrennt durch das Haus geführt. Im ersten Raum waren unzählige Tafeln mit Gesichtern zu sehen. Darunter befand sich auch eine Kartei, mit der versucht wurde, Rassismus durch vermeintliche „Wissenschaft“ zu rechtfertigen. Zum Beispiel wurden die Abstände zwischen den Nasenlöchern gemessen und Menschen anschließend einer bestimmten „Rasse“ zugeordnet.

Im nächsten Raum sollten wir schätzen, wie viele Jüdinnen und Juden vor dem Krieg in Köln gelebt hatten. Es waren ungefähr 16.000. Wir erfuhren, dass etwa 6.000 von ihnen ins Exil fliehen konnten und ungefähr 6.000 in Konzentrationslager (KZ) deportiert wurden. Bei vielen anderen verliert sich die Spur.
Nur von etwa 50 bis 100 Menschen weiß man, dass sie sich in den Trümmern der Stadt verstecken konnten.

Als wir in den Keller gingen, veränderte sich die Stimmung. Wir liefen dieselben Stufen hinunter, wie die Menschen, die diesen Ort später oft nicht mehr lebend verlassen sollten.

Im Keller befinden sich zehn Zellen, deren Wände mit zahlreichen Inschriften der Gefangenen bedeckt sind. Eine Inschrift fiel uns besonders auf:

„Wenn keiner an dich denkt, deine Mutter denkt an dich.“ Heute weiß man, dass der Junge, der diese Worte schrieb, damals erst 15 Jahre alt war.
Anschließend traten wir in den Innenhof. Heute ist er leer und wirkt wie ein gewöhnlicher Innenhof. Damals war dieser Ort Teil der Hinrichtungsstätte. Von 1944 bis im März 1945 wurden dort mindestens 400 Menschen hingerichtet.

Nach unserer Führung begann unser Workshop „Rassismus und Ausgrenzung heute“. In Kleingruppen beschäftigten wir uns mit einer Geschichte über einePerson, die in der heutigen Zeit Diskriminierung und Rassismus erlebt hat. Wir arbeiteten die Geschichte gemeinsam aus und besprachen diese anschließend.

Als Fazit konnten wir festhalten, dass Rassismus und Diskriminierung von Menschen gemacht ist. Durch die Abwertung anderer Menschen oder Gruppen wird versucht, die eigene Gruppe aufzuwerten und sich selbst über andere zu stellen. Deshalb ist es wichtig, Ausgrenzung und Diskriminierung zu erkennen und ihnen entgegenzutreten.

Emma Würthle, 10b