Erzb. Liebfrauenschule Köln

Begegnungsprojekt



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Begegnungsprojekt für Menschen mit Fluchterfahrung

Willkommen an der LFS – Gastfreundschaft und Begegnung

Mitte April 2015 war es soweit: Nach vielem Überlegen, vorbereitenden Treffen und vor allem viel Teamarbeit hießen wir unsere Gäste aus Flüchtlingsunterkünften, Boardinghäusern und Hotels in Köln herzlich willkommen, um mit ihnen zu lernen und zu spielen.

Wie sieht das konkret aus?

Dienstags und mittwochs nachmittags laden wir Menschen mit Fluchterfahrung, die in Unterkünften in unserer Nähe leben, ab 14:30 Uhr an unsere Schule ein. Hier begegnen sie Schülerinnen, Schülern, Eltern und Ehemaligen, die mit ihnen Deutsch lernen. Daraus entstehen dann meistens kleine Gruppen von 1–3 Gästen, die oft im selben Alter sind wie ihre "Lehrer": Schüler lernen mit Schülern – Eltern mit Eltern. Und für die Kleinkinder stehen wiederum Schülerinnen und Schüler bereit, um mit ihnen zu spielen, zu puzzlen, zu malen oder ein bisschen Sport zu machen. Im Anschluss gibt es die Möglichkeit für alle, Sport zu machen oder gemeinsam zu spielen.

Unser Angebot wird von der gesamten Schulgemeinschaft getragen und durch ein Team koordiniert, das aus Schülern, Lehrern, Eltern und Ehemaligen besteht.

Wenn Sie Interesse haben, uns zu unterstützen, melden Sie sich gerne!

Jahrbuchbericht 2016/17

Begegnungsprojekt „Willkommen an der LFS“ – Wir schaffen das!?

Etwa ein Jahr ist vergangen, seit Kanzlerin Merkel mit ihrem „Wir schaffen das!“ für Furore sorgte – und das im übertragenen wie eigentlichen Sinn. Im eigentlichen Sinn bedeutet Furore Wut oder Raserei und eben solche erzeugte der Satz bei vielen, die ihn für naiv und gefährlich hielten, bei vielen, die befürchteten, dass damit ein Freifahrtschein auch dafür gegeben sei, Einwanderung auszunutzen. Die Tatsache, dass der Satz ein Jahr, nachdem er gefallen ist, in vielen Medien viel kritischer diskutiert wird als bei seiner ersten Nennung, spricht durchaus dafür, dass ein gewisser Furor geblieben ist. Im übertragenen Sinn jedoch ist Furore eher positiv gemeint: Nicht nur, dass Merkel in den Kreis der Anwärterinnen auf den Friedensnobelpreis gehoben wurde, sie bekam gerade auch von Flüchtlingsinitiativen und (kirchlichen) Organisationen viel Lob für ihr deutliches Ja zu einer gesellschaftlichen Verantwortung Deutschlands.

Wenn es darum geht, das vergangene Jahr des Begegnungsprojekts mit geflohenen Menschen (Flüchtlingsprojekt) Revue passieren zu lassen, dann spielen Politik und Gesellschaft – und eben auch Merkels großes „Wir schaffen das“ – eine Rolle. Denn schließlich stand am Anfang des Projekts und steht zu Beginn eines jeden Schuljahrs wieder ein kleines „Wir schaffen das“:

  • Wir – das ist die Schulgemeinschaft mit Schülern, Eltern, Lehrern, Ehemaligen und Freunden der Schule.
  • schaffen – d.h. nehmen sich Zeit und zeigen Interesse. Die Schüler nehmen sich nach der siebten Stunde (oder noch später) – teilweise jede Woche ein ganzes Jahr – Zeit; Mütter und Väter nutzen ihre freie Zeit oder kommen früher von der Arbeit; Ehemalige  und Freunde unterbrechen ihren Ruhestand oder ihre jeweiligen Tätigkeiten. Einige Mütter hatten sich sogar bereit erklärt, in den Sommerferien Deutschunterricht anzubieten, und waren jede Woche an der Schule; andere wiederum begleiten ihre (mittlerweile ehemaligen) „Schüler“ weit und lange über das Projekt hinaus, helfen bei Gängen aufs Amt, bei der Suche nach einem Arzt oder einer Arbeit.
  • dasDas, das ist die Begegnung mit Menschen aus Notunterkünften in unserer Umgebung; das bedeutet, den anderen für ein paar Stunden Gastfreundschaft erfahren lassen, indem Schüler, Eltern und andere Engagierte mit ihnen lernen, kommunizieren und spielen. Solche Begegnungen sind neu, sie fordern heraus, manchmal muten sie auch einiges zu, aber sie sind auch ermutigend und machen froh – zum Beispiel, wenn sich Lehrende und Lernende nach ein paar Wochen umarmen, wenn der Jugendliche schon früh da ist und nach den Schülerinnen fragt, die immer mit ihm lernen, wenn die Gäste selbst gestrickte Schals mitbringen oder wenn die anfangs neuen Gesichter immer vertrauter, die anfangs schwierige Kommunikation immer selbstverständlicher wird.

Unser kleines „Wir schaffen das“ steht natürlich auch auf der Probe – nicht durch Kritik daran, dass wir Flüchtlingsarbeit machen, das natürlich nicht. Aber im Laufe eines Jahres wird auch deutlich, dass die Begegnungsnachmittage nicht immer reibungslos verlaufen: Da kommen z.B. schon mal nur wenige Gäste, weil die Zahlen der Zuwandernden zurückgehen und entsprechend viele schon in professionelle Deutschkurse vermittelt wurden. Hier etwa merkt man den Zusammenhang zur „großen“ Flüchtlingspolitik wieder deutlich. Aber weil Schüler und Eltern spontan und unaufgeregt auf die Situationen reagieren, schaffen wir auch das.

Und noch eins: In diesem Schuljahr engagiert sich ein Junge im Flüchtlingsprojekt, dessen Familie zu den ersten Gästen im Frühjahr 2015 gehörte und der mittlerweile Schüler der LFS ist – ein schönes Zeichen…

Ein Dank gilt also allen, die sich im vergangenen Schuljahr (und darüber hinaus) im Begegnungsprojekt engagiert haben, den Schülerinnen und Schülern, die Deutschunterricht gegeben, Kinder betreut und in der Wiesenstunde gespielt und Sport gemacht haben, den Eltern, Ehemaligen und Freunden, die sich in „Deutsch als Fremdsprache“ eingearbeitet und unterrichtet haben, den Lehrern, die durch Aufsichten und Mitdenken das Projekt begleitet haben, der SV, die im vergangenen Schuljahr zweimal durch Sammelaktionen für die Notunterkunft in der Herkulesstr. bzw. unsere Gäste aktiv wurde, und schließlich den Haupt- und Ehrenamtlichen der Unterkünfte, besonders der Herkulesstraße, die das Projekt unterstützen und die Gäste Woche für Woche zur LFS begleiten.

Für das Koordinationsteam: Dominik Arenz

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12.06.2019 - 12.06.2019  | 
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Nachschreibtermin der Zentralklausuren Mathematik Stufe EF
19.06.2019