Birgit Kelle CC BY-SA 3.0, Link

Birgit Kelle wurde am 31. Januar 1975 (46 Jahre alt) in Rumänien geboren. Sie ist eine deutsche Journalistin/ Autorin und schreibt vor allem kritisch über Gender und den Feminismus. Ein paar ihrer bekanntesten Werke sind:

  • Gendergaga: Wie eine absurde Ideologie unseren Alltag erobern will
  • Dann mach doch die Bluse zu
  • Muttertier: Eine Ansage
  • Noch normal? Das lässt sich gendern! Gender-Politik ist das Problem, nicht die Lösung

Am 10. Mai 2021 kam Birgit Kelle zu uns in die Videokonferenz (Klasse 9d, Frau Boelke). Zunächst stellte sie uns ihre Ansichten sowie Argumente dar und erklärte uns, was man konkret unter dem Wort „Gender“ versteht. 

Sie sagt, ursprünglich sei das Wort „Gender“ lediglich als englisches Synonym für Gleichstellungspolitik und Gleichberechtigung von Mann und Frau verwendet worden. Mittlerweile werde der Begriff allerdings in so vielen Kontexten verwendet, dass niemand mehr wirklich verstehe, was damit gemeint sei. 

Ihr Ziel war es, uns diesen Begriff zu klären. Der Begriff „Gender“ meint das „soziale“ Geschlecht. Die Gender-Theorie unterscheidet zwischen einem „sozialen Geschlecht“ und dem biologischen Geschlecht – also Mann und Frau – was bislang immer mit dem englischen Begriff „Sex“ übersetzt wurde. Sie macht darauf aufmerksam, dass es bei der derzeitigen Genderpolitik zu unterschiedlichen Schwierigkeiten kommen könne. Sie nennt unter anderem das Beispiel, dass Cis-Mädchen, also biologische Mädchen, in Sportwettkämpfen gegen Transfrauen, also biologischen Männern, antreten müssten, und somit eine körperliche Benachteiligung erfahren würden. 

Frau Kelle bezeichnet sich selbst als weibliche Feministin, und kritisiert das vom gängigen Feminismus verbreitete Frauenbild, welches typische Merkmale des Frau-Seins eliminiere. Sie wünscht sich einen „femininen Feminismus“, der auch die Frauen vertritt, die sich bewusst für die Familie und gegen die Karriere entscheiden, da sie selbst die Erziehung ihrer Kinder übernehmen möchten. Auch diese Frauen, die sich für das traditionelle Familienleben entscheiden, sollen deswegen nicht benachteiligt oder verurteilt werden. 

Gegen Ende der Konferenz durften wir ihr auch Fragen stellen. Eine Frage lautete: „Welches Ihrer Argumente finden sie am ausschlaggebendsten?“. Sie sagt, ihr überzeugendstes Argument sei die Realität. Es gebe heutzutage immer noch unzählige Beispiele in der Politik, wo Frauen benachteiligt werden würden.  

Ich fand es sehr interessant, nicht nur die Texte von Frau Kelle zu lesen, sondern auch mit ihr persönlich zu sprechen und ihr Fragen zu stellen. Ich stimme ihr nicht in allen Punkten zu, aber ich finde, sie hat ihre Argumente gut erklärt, sodass man sie gut nachvollziehen konnte. Es war ein bisschen schwierig, alles aufzunehmen, was sie erzählt hat, da sie sehr viele Informationen weitergegeben hat und tief in der Thematik verwurzelt war. Alles in allem war es jedoch sehr spannend, „live“ mit einer Autorin über so ein interessantes und kontroverses Thema zu reden. 

Catharina Wolf