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Was ist Philosophie?



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Was ist Philosophie?

Die Philosophie (wörtlich: „Liebe zur Weisheit“) versucht seit ihren Anfängen in der Antike das menschliche Leben und die Welt, in der dieses stattfindet, grundlegend zu deuten. Ihr Ansatzpunkt sind dabei oftmals Sachverhalte oder Überzeugungen, die uns normalerweise als völlig selbstverständlich erscheinen: „Meine Schreibtischplatte ist braun“; „Es ist besser, Gutes als Böses zu tun“; „Im jetzigen Augenblick bin ich wach und sitze am Computer“; „Demokratie ist die beste Staatsform“; „Ich bin ein freier Mensch“.

Erst in dem Moment, in dem solche Überzeugungen fragwürdig werden, beginnt das philosophische Denken und es weitet sich beim Weiterdenken schnell aus auf so grundlegende Fragen wie „Was ist Gerechtigkeit?“, „Hat der Mensch eine unsterbliche Seele?“, Existiert die aktuell erlebte Wirklichkeit tatsächlich?“ oder „Was ist der Sinn des Lebens?“.

So scheint man so ziemlich über alles philosophieren zu können, sofern das Nachdenken einen gewissen Tiefgang entwickelt und tatsächlich argumentativ-schlüssig ist.

Dennoch haben sich im Laufe der Geschichte bestimmte Bereiche herauskristallisiert, in denen die Philosophie hauptsächlich tätig ist und in die sie gängiger Weise gegliedert wird.

Dazu zählen z.B.:

  • Anthropologie (Die Frage nach dem Menschen)
  • Moralphilosophie (Die Frage nach dem richtigen Handeln und seiner Begründbarkeit)
  • Staatsphilosophie (Die Frage, was einen gerechten Staat ausmacht)
  • Logik (Die Lehre vom richtigen Argumentieren und Schlussfolgern)
  • Erkenntnistheorie (Die Frage nach den Möglichkeiten – und Grenzen – unseres Erkennens und Wissens)
  • Metaphysik. (die Frage nach den allgemeinsten Strukturen und Gesetzlichkeiten und dem Sinn von Wirklichkeit überhaupt)
  • ...und viele mehr.

 

Unterrichtsthemen im Fach Philosophie

Für die Philosophie als Unterrichtsfach haben die zuständigen Behörden einige der großen philosophischen Disziplinen und Fragen ausgewählt und auf die Halbjahre der Oberstufe verteilt:

Die Jahrgangsstufe 10 dient der Einführung in die Philosophie

Fragen, Themen und Inhalte sind hier u.a.:

  • Die Frage nach einer gemeinsamen Ethik für alle Kulturen
  • Grundlagen und Grenzen von menschlicher Erkenntnis und menschlichem Wissen
  • Die Frage nach dem Gleichgewicht von Freiheit und Sicherheit im Staat
  • Anlagen und Fähigkeiten von Mensch und Tier im Vergleich
  • Die Abgrenzung von Naturwissenschaft, Mythos und Philosophie 

Darüber hinaus sind für das Zentralabitur in NRW für die Jahrgangsstufen 11 und 12 bestimmte konkrete philosophische Werke und Fragestellungen als verbindlich vorgegeben. Detaillierte Informationen dazu können in unserem schulinternen Lehrplan nachgelesen werden. 

 

Methoden im Philosophieunterricht

„Die Philosophie ist keine Lehre, sondern eine Tätigkeit.“ - Ludwig Wittgenstein (1889-1951)

All diese Vorgaben darf man aber keinesfalls missverstehen im Sinne eines zu erlernenden Stoffes; denn echtes Philosophieren ist immer Selbstdenken.

Im Philosophieunterricht werden wir versuchen, Kraft unserer eigenen Vernunft  Antworten auf eine Reihe der oben genannten Grundfragen der Philosophie zu finden.

Da sich Vernunft diskursiv - d.h. in Gesprächen mit sich selbst und mit anderen – vollzieht, spielen das philosophische Gespräch und die Diskussion im Unterricht eine wichtige Rolle. Doch sind es nicht nur die Kursmitglieder oder die Lehrerinnen und Lehrer mit denen wir ins Gespräch kommen wollen, sondern auch und besonde­rs die Philosophen selbst, die im Verlauf der Philosophiegeschichte, eine Antwort auf die Grundfragen der Philosophie zu geben versucht haben.

Da die Antworten der philosophischen Tradition i.d.R. in der Form von Texten vorliegen, ist neben der oben angesprochenen textfreien Problem- und Sacherörterung, die textgebundene Problem- und Sacherörterung das zweite wesentliche Unterrichtsverfahren. Dabei geht es selbstverständlich nicht einfach nur um das Verstehen und Reproduzieren gegebener Antworten der philosophischen Tradition, sondern um die persön­liche Auseinandersetzung mit philosophischen Texten, mit dem Ziel zu einer vertieften eigenen Antwort auf die philosophischen Fragen zu gelangen, die uns beschäftigen.

Selbstverständlich verlangen beide - die textfreie und die textgebundene Problem- und Sacherörterung - bestimmte metho­dische Kompetenzen, die im Philosophieunterricht erarbeitet und eingeübt werden.

Ein Wort zum Schluss:

Die Menschen betreiben seit ca. 2500 Jahren Philosophie. Im Verhältnis zu diesem Zeitraum sind die ausweisbaren Ergebnisse relativ dünn. Wer also hier schnelle, einfache und eindeutige Antworten sucht oder mit der nützlichkeitsorientierten Frage „Was bringt mir das?“ an sie herangeht, wird sicher enttäuscht werden.

Der Wert der Philosophie scheint vielmehr gerade in der Ungewissheit zu liegen die sie mit sich bringt:

„Wer niemals eine philosophische Anwandlung hatte, der geht durch das Leben und ist wie in ein Gefängnis eingeschlossen. [..] Sobald wir aber anfangen zu philosophieren, geben selbst die alltäglichsten Dinge Anlass zu fragen. Die Philosophie kann uns zwar nicht mit Sicherheit sagen, wie die richtigen Antworten auf diese Fragen lauten, aber sie kann uns viele Möglichkeiten zu bedenken geben, die unser Blickfeld erweitern und uns von der Tyrannei des Gewohnten befreien. Die Philosophie vermindert unsere Gewissheiten darüber, was die Dinge sind, aber sie vermehrt unser Wissen darüber was die Dinge sein könnten."
Bertrand Russell (1872-1970), britischer Philosoph, Mathematiker und Logiker; Nobelpreisträger

 

Wer sich davon angelockt fühlt, findet in der Philosophie sicher seinen Platz.

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