Erzb. Liebfrauenschule Köln

Was wir machen…



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Was wir machen…

Im Folgenden können Sie sich - im wahrsten Sinne des Wortes - ein Bild davon machen, was wir machen…

Deutschunterricht

Dienstags und mittwochs – 14:30 Uhr – Eingang LFS:

Hier treffen sich die Familien mit den Schülern und Eltern unserer Schule, um Deutsch zu lernen. Manchmal kennt man sich schon aus der Vorwoche, manchmal kommen auch neue Gesichter zu uns, so dass wir uns erst einmal bekannt machen: Wie heißt du? Wo kommst du her? Wo wohnst du?

Anschließend geht es in möglichst kleinen Gruppen in die Klassenräume, wo die "Lehrerinnen" und "Lehrer" mit den Gästen entscheiden, welches Thema heute ansteht. Verschiedene Materialien stehen dazu bereit.

Über die fast zwei Jahre, in denen das Projekt mittlerweile läuft, haben sich dabei einige Bekanntschaften mit Eltern und Kindern entwickelt, die immer wieder gerne zu uns kommen oder gekommen sind.

Mütter (und Töchter) beim Unterrichten

Ein Erlebnisbericht aus der Sicht einer Mutter

„Warum haben die Deutschen zwei „R“? oder: Was man beim Deutschunterricht für Flüchtlinge so alles lernen kann ...

Mittwochnachmittag, 14:45 Uhr: Die beiden Herren aus Albanien diskutieren eifrig, zwischendurch zeigt einer immer wieder auf  die ABC – und Lauttabelle, die ich ihnen gegeben habe. Ich frage nach, Robert kann glücklicherweise ein bisschen Englisch, denn ohne gemeinsame Sprache ist die Verständigung oftmals  schwierig. Sein Nachbar unterbricht ihn: „Nein, deutsche Sprache hat zwei ‚R’!“ Hm, ich schaue fragend: was meint er wohl damit? Ein Beispiel? Er überlegt nicht lange: „Ja, wie bei Neuer, Müller, Schweinsteiger!“ Wir lachen. Klar, Fußball ist der Schlüssel! Es gibt großes Lob von uns Lehrenden für die tolle Aussprache, denn „schw“, „scht“ und „ü“ gehen ihm problemlos über die Lippen und werden gleich als Eselsbrücke vermerkt. Ein Lehrbuch hilft da nur bedingt – die Erfahrung haben wir schon häufiger  machen dürfen.

So, wie hieß der fortgeschrittene Schüler aus Afghanistan noch gleich? Ruhallah? Mahdi? Manche Namen sind für uns mindestens genauso schwer auszusprechen wie das Wort „sprechen“ für unsere Schüler ... Ruhallah also möchte morgen eine Grammatikprüfung in seinem Deutschkurs ablegen und ist entsprechend ungeduldig. Deshalb bekommt er heute in einer anderen Ecke des Klassenzimmers Einzelunterricht bei Steffi, die  nun geduldig die Artikel mit ihm paukt. Derweil sitzen Fatimo und Rose aus Nigeria in der ersten Bank, Bilder von Obst und Gemüsesorten vor sich, daneben ein Blatt mit den dazugehörigen Bezeichnungen, ihnen gegenüber Nicole, eine weitere Mutter im Team.

Rose genießt die Unterrichtsstunde: ihre zweijährigen Zwillinge hängen inzwischen so begeistert an den Babysitterinnen der Stufen 9 und 10, dass sie sich ungestört aufs Lernen konzentrieren kann. Sie zieht die Stirn kraus, sucht nach dem richtigen Wort ... Fatimo und Nicole kichern, und Nicole erklärt mit bemüht strengem Unterton: „Nein, das sind Möhren.“ Zögerlich wiederholen die Frauen das Wort mit dem komischen Buchstaben. Diese Gemüsesorten – überhaupt „Gemüse“, schon wieder ein Umlaut!

„Rose, Fatimo“, sage ich, „versucht die Lippen zu spitzen, so ... denkt an einen Laut wie bei „juice“. Die beiden lachen, ich mache es wieder vor und dann trauen sie sich: „üüüü“ ? Wie „tschüss“? „Ja, genau!“ ruft Nicole.

Warum sagen die Deutschen immer „genau“? möchte das armenische Ehepaar wissen, das schon etwas länger in Deutschland ist und zuvor in Holland war (bitte jetzt nicht nachfragen, weshalb sie von Holland nach Deutschland umgesiedelt wurden, ich weiß es auch nicht, und sie selbst erst recht nicht!)

Ich schmunzele, denn sie sind nicht die Ersten mit dieser Frage. Fatimo hakt ein: was meinen sie? Ich übersetze, Fatimo nickt, beim Lachen schneidet sie plötzlich eine Grimasse, denn gestern war sie zur Behandlung bei der Zahnärztin. Vor zwei Wochen kam sie mit solchen Zahnschmerzen zum  Unterricht, dass anstatt Deutschstunde in der LFS ein Besuch in der Zahnarztpraxis angesagt war. Statt „entschuldigen Sie bitte, wie komme ich zum Neumarkt?“ zu üben, sitzen wir im Wartezimmer und füllen den Anamnesebogen aus. Anschrift? Sie muss überlegen, denn vor zwei Tagen ist sie zum dritten Mal innerhalb von 4 Wochen in Köln umgezogen bzw. wurde „transferiert“.

Nie hatte sie Probleme mit den Zähnen, aber die lange Flucht über Libyen, Marokko und Spanien und die Mangelernährung währenddessen hat Spuren hinterlassen. „Skorbut“, sagt die Ärztin, „ das kannte man früher hauptsächlich bei Seeleuten“.

Mittlerweile geht es ihr viel besser, gesundheitlich. Sie ist lernfreudig, fragt wie so viele andere nach Hausaufgaben (die unterrichtenden Schüler der EF können das kaum fassen ... ) und findet sich auch in der Stadt erstaunlich gut zurecht.

Wir verabreden einen Besuch auf dem Markt, sie hat einen Zettel dabei mit den bei Nicole erlernten neuen Worten: „Was sind ‚Kirschen’?“

Ok, die gibt es jetzt noch nicht, die sind noch nicht reif. Und Pflaumen?

Auch noch nicht, im Spätsommer? Sie seufzt und zeigt auf die Äpfel, zögert kurz und schaut mich fragend an: „Eins Apfel, zwei hmmm – Äpfel!“ deklamiert sie strahlend. „Genau“, lobe ich „zwei Äpfel, aber ein Apfel, nicht eins Apfel.“ Fatimo lacht: Genau! „Wussten Sie“, sage ich zu der Marktfrau, „dass wir Deutschen ständig ‚genau’ sagen?“ „Stimmt“, überlegt sie, „stimmt genau!“

Christiane Wenz-Miebach


(Dieser Bericht wurde im Herbst 2015 im Kurier der Katholischen Elternschaft (KED) veröffentlicht.)

Eine diesmal größere Gruppe beim Deutschunterricht

Kinderbetreuung

Während die Eltern lernen, haben die Kleinkinder die Möglichkeit, mit Schülerinnen und Schülern unserer Neunten Klassen zu spielen. Auch dabei gibt es viel zu bereden und zu lernen.

Einige Kinder wollen zwar auch lieber bei ihren Eltern bleiben, aber die meisten gehen gerne raus auf unsere Sportwiese oder auch mal rein an den Spieleschrank…

Seilchenspringen bei der Kinderbetreuung

Turnen mit Bändern und Reifen

Sport & Spiel (Wiesenstunde)

Im Anschluss an den Deutschunterricht bieten wir noch allen Gästen die Möglichkeit, zusammen mit unseren Schülerinnen und Schülern Sport zu machen oder zu spielen. Eine Zeit lang boten auch zwei Studentinnen der Universität Köln im Rahmen ihres Seminars Musik zum Mitmachen an.

Dieses Angebot ist natürlich vor allem in den wärmeren Jahreszeiten beliebt, wenn wir auf der Sportwiese (daher Wiesenstunde) Fußball, Basketball, Tischtennis oder anderes machen können, aber auch im Winter bleiben manchmal noch einige Familien und spielen zusammen, z.B. Jenga oder Lotti Karotti, das sich besonderer Beliebtheit nicht nur der Jüngeren erfreut.

Basketball am Nachmittag

Schülerinnen unserer Schule mit Gästen

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